Konik Pferde

Konik ist polnisch und bedeutet “Pferdchen” oder kleines Pferd. Die Koniks sind eine Ponyrasse aus dem mittel- bzw. osteuropäischen Raum, die in der heutigen Zeit häufig für Landschaftspflegeprojekte eingesetzt werden. Vor allem in den Niederlanden als auch in Nord- und Mitteldeutschland. Sie sind Nachfahren der ausgestorbenen Tarpane, die im 18. Jhdt. in Wildparks in Südpolen angesiedelt wurden. In Polen wird sich mittlerweile um eine Rückzüchtung zum Ursprung bemüht. Allerdings ist die Zucht nur über wenige Hengste gesichert.

Wildpferd Konik

Genau genommen sind Koniks keine Wildpferde sondern wild lebende Pferde mit Wildpferdanteil (Tarpan). Die größte Population lebt derzeit in Oostvaardersplassen in den Niederlanden unter nahezu wilden Bedingungen.

Video Impressionen:

Merkmale Konik

Koniks sind zwischen 1,30 m und 1,40 groß und meistens schwarzfalben. Es gibt aber auch andere Farbausprägungen. Markant sind ihr dunkler Aalstrich am Rücken und die dunklen Beine. Sie haben meist einen kräftigen Hals mit Steh- oder Fallmähne, sowie einen robusten Körper. Koniks eignen sich als Kutsch- oder Reitpferd für Sport- und Freizeitreiter. Auch wenn sie wild leben, sind sie dem Menschen gegenüber aufgeschlossen und freundlich. Sie können sehr gut als Pferdepartner leben, sollten aber nur im Offenstall oder Aktivstall gehalten werden. Die meisten Pferde leiden zwar in reiner Boxenhaltung aber für einen Konik wäre dies reine Quälerei. Wir achten also vor allem bei Koniks auf die Art der Haltung bei der Vermittlung. Bei guter Haltung und Pflege können Koniks über 30 Jahre alt werden.

Naturschutz vs. Schlachter

Leider passiert es häufig, dass Koniks beim Schlachter landen. Wie kann das sein? Die Pferde aus den Landschaftspflegeprojekten reproduzieren sich natürlich. Allerdings ist auch ihr Lebensraum begrenzt. Der Mensch muss also eingreifen und “überflüssige” Tiere entfernen.
Dies hat verscheidenen Ursachen:

    • Die Hengste laufen aus Gründen des leichteren Managements in der Herde mit (müssen nicht extra gehalten werden).
    • Die überzähligen Junghengste werden aus Kosten- und Aufwandsgründen nicht kastriert (obwohl Wallache sich sehr gut verkaufen!).
    • Man möchte zur Kostendeckung der Projekte etwas produzieren und vermarkten, hat aber kein schlüssiges Konzept und keinen sicheren Markt.

So wachsen die Herden Jahr für Jahr mit den fatalen Konsequenzen. Es gibt viele Ansatzpunkte, dies mit den Haltern zu ändern. Bio-Landwirt und Konik-Herdenhalter Peter Markgraf aus Mecklenburg Vorpommern hat hier sehr gute Ansatzpunkte:

  • Herden-Management (nur so viel Nachwuchs, wie benötigt wird),
  • konsequente Kastration von Hengsten (auch als Vermarktungsargument),
  • Verpflichtung zu ethischen Grundsätze (die genauso wichtig sind wie etwa naturschutzfachliche Anliegen; beispielsweise das Sperren des Schlachtvermerks in Pässen, damit die Pferde immer auf der sicheren Seite sind).

Unser Projekt

Wir möchten dabei helfen, Aufklärung zu betreiben und die Halter von Konikherden dabei zu unterstützen, Pferde zu vermitteln und ethische Grundsätze zu verinnerlichen. Ziel soll nicht nur sein, dass weniger Koniks beim Schlachter landen, sondern als Pferdepartner beim Menschen, sondern dass besseres Herden-Management betrieben wird. Halter, die sich darauf einlassen, werden von uns öffentlich unterstützt. Ziel soll eine Initiative sein, die  zum Umdenken bei Haltern anregt und den Konik Pferden eine größere Nachfrage unter Pferdemenschen bietet.

Sonja

Sonja

Ansprechpartner Konik

Information Konik Pferde

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