Immer wieder berichten Tierfreunde über das Thema Tierkommunikation. Dabei reichen die Schilderungen von unglaublichen und positiven Geschichten bis hin zu negativen Stimmen, die die Sache als Humbug abtun. Was ist das überhaupt und was kann es bei Tieren aus dem Tierschutz bringen? Wir haben unsere ersten Erfahrungen damit gemacht und ein Interview mit Heike Kramer geführt, die als Tierkommunikatorin arbeitet. 

Über Heike Kramer

Ich heiße Heike Kramer, bin 48 Jahre alt, glücklich verheiratet und befasse mich seit 16 Jahren mit Tierkommunikation.

Wir leben in Niedersachsen, dicht am Steinhuder Meer und zu unserer Familie gehören 3 Pferde, 2 Kater und 1 Hund.Um eine noch intensivere Verbindung zum Tier zu bekommen, habe ich mich außerdem mit Energiearbeit beschäftigt und entdeckte Reiki für mich. Vor 10 Jahren habe ich mich bis in den Meistergrad einweihen lassen. Die Tierkommunikation übe ich nebenberuflich in meiner Freizeit aus.

Interview

Wir sind über Facebook auf Heike aufmerksam geworden. In einer Gruppe wurde davon berichtet, dass Tierkommunikation bei Pferden geholfen habe, bei denen das Hufe machen quasi unmöglich war. Unser neuester Zugang Avalon zeigte sich bisher bei diesem Thema auch als harte Nuss. Wir haben ja schon vieles in Bezug auf Hufe erlebt, aber der mangelnde Pflegezustand und seine wirklich extreme Ablehnung, die hinteren Hufe überhaupt zu geben, war schon extrem. Heike bot sich an, ehrenamtlich zu unterstützen und mit Avalon zu sprechen. Warum nicht? Es gibt ja nichts zu verlieren! Nachdem Heike mit Avalon gesprochen hatte, erzählte sie von Dingen, die sie nicht recherchiert haben bzw. wissen konnte. Es klang alles irgendwie unglaublich und rührend. Am nächsten Tag versuchten wir es erneut. Avalon war zwar nicht erfreut aber dennoch viel ruhiger. Und wir konnten wirklich zum ersten Mal seine Hufe überhaupt auskratzen. Natürlich kann keiner mit Sicherheit sagen, ob es am Gespräch lag oder Zufall war, aber erstaunlich war es für uns allemal! Heike war so lieb und hat uns einige Fragen zum Thema beantwortet, die auch uns brennend interessiert haben.

Liebe Heike, was versteht man unter Tierkommunikation genau?

Heike: Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die man kaum begreifen kann. Und trotzdem funktionieren sie. Das beste Beispiel ist da wohl die telepathische Tierkommunikation, eine mentale Verbindung zwischen Mensch und Tier. Vereinfacht kann man es so erklären, dass ich das Tier gedanklich “anrufe” und so eine Verbindung zu ihm entsteht. Habe ich meinen tierischen Gesprächspartner “an der Strippe”, bekomme ich seine Gedanken und Gefühle übermittelt. Diese gebe ich in ganz unterschiedlicher Weise an die Besitzer weiter. Entfernungen spielen dabei überhaupt keine Rolle.

Es ist z.B. möglich, Gespräche per Mail durchzuführen. Das Tiergespräch findet ohne den Besitzer statt und dieser bekommt hinterher ein ausführliches Protokoll mit seinen beantworteten Fragen zugeschickt. Oder Gespräche via Telefon, die den Vorteil haben “live” dabei zu sein, Fragen zu stellen und gleich Antworten darauf zu bekommen. Unklare Dinge können genauer hinterfragt und spontane Fragen gestellt werden. Tiergespräche im Chat sind auch möglich. Bei dieser Möglichkeit des Tierkontaktes werden vom Besitzer die Fragen schriftlich gestellt und auch so beantwortet. So ist man auch direkt dabei und bekommt alles schriftlich mitgeteilt.

Am schönsten finde ich Gespräche vor Ort als Hausbesuch. Leider scheitert es dann oftmals an der Entfernung. Diese Kommunikationen direkt beim Tier sind immer wieder etwas ganz Besonderes für mich. Denn so habe ich es kennen- und schätzen gelernt. Bei allen Gesprächen ist es mir sehr wichtig, dass ich das Tier zuerst zu Wort kommen lasse. Es darf mitteilen was es momentan bewegt und was sein Thema ist. Erst danach folgen die Fragen und auch Dinge, die vom Besitzer ausgerichtet werden dürfen.

Ich bin also ein Vermittler zwischen Mensch und Tier und kann somit Probleme, Verhaltensauffäligkeiten und andere Dinge aus einer ganz anderen Sichtweise überbringen. Es sind auch Gespräche mit verstorbenen Tierseelen möglich.

Wie bist du dazu gekommen, so mit Tiere zu kommunizieren?

Heike: Vor vielen Jahren bekam ich mit meinem jungen Pferd Probleme. Er wurde sehr dominant und ich wusste mir langsam keinen Rat mehr. Unser sonst sehr inniges Verhältnis war schon teilweise von Misstrauen und meiner Angst geprägt. Eine Internet- Bekannte erzählte mir dann von einer Frau, die mit Tieren direkt vor Ort “sprechen” und vielleicht helfen kann. Da ich mir alle Möglichkeiten offen lassen wollte und selbst auch schon immer einen sehr guten Draht zu Tieren hatte, bestellte ich die Frau zu uns. Ich war neugierig und sehr gespannt was mich erwarten sollte. Was ich dann erlebte, hätte ich niemals für möglich gehalten.
Ich bekam Dinge übermittelt, die sie nicht wissen konnte. Es war unbeschreiblich was das alles in mir auslöste. Ich war fassungslos, total geplättet und unglaublich gerührt. Nach diesem Erlebnis hatte ich dann nur noch den Wunsch es selbst zu erlernen und vielleicht anderen Menschen irgendwann solche klärenden und bewegenden Momente schenken zu dürfen. Das Verhältnis zu meinen Tieren, insbesondere zu meinem damals jungen Pferd veränderten sich dadurch noch einmal ganz grundlegend ins Positive.

So besuchte ich darauf ziemlich rasch einen Tierkommunikationskurs und durfte meine Sinne wieder erwecken.Nach unzähligen Übungsgesprächen und dem regelmäßigen Austausch mit anderen Gleichgesinnten fühlte ich mich dann bereit, andere Tierbesitzer offiziell zu unterstützen und zu vermitteln.

Kann man Tierkommunikation lernen oder ist es eine Gabe, die man hat oder eben nicht?

Heike: Jeder Mensch, der dafür offen ist, kann die Tierkommunikation (wieder) erlernen.

Wieder, da jeder Mensch dazu in der Lage ist, seine telepathischen Sinne zu (be)nutzen. Diese sind jedem Menschen in die Wiege gelegt worden, schlafen aber leider schnell ein und geraten in Vergessenheit.

Meistens werden diese Sinne in der Kindheit “aberzogen” und als Spinnerei abgetan. Urvölker kommunizieren bis heute z.B. oftmals telepathisch miteinander…und es funktioniert.

Einige Menschen belächeln es bzw. glauben nicht daran, dass eine Kommunikation auf diese Art möglich ist. Was sagst du ihnen?

Heike: Ich sehe es nicht als meine Aufgabe diese Menschen zu bekehren. 😉 Eine gewisse Skepsis ist meiner Meinung nach auch angebracht und völlig in Ordnung. In meinem Kundenkreis gab und gibt  es durchaus auch sehr skeptische Menschen. Wer daran nicht glaubt und das belächelt, darf das auch gern weiterhin. Es wird immer Menschen geben die nicht daran glauben oder es als Humbug abtun. Einige von ihnen haben leider bereits negative Erfahrungen mit der Tierkommunikation gemacht, was ich sehr schade finde.

Was ich absolut nicht mag, sind aggressive Unterstellungen des Betrugs und dem “Geld aus der Tasche ziehen wollen”. So etwas habe ich und auch andere seriöse Kollegen/ Kolleginnen nicht nötig. Jeder so wie er gern möchte. Am besten ohne verletzend zu werden und zu verurteilen.

Für welche Zwecke kann Tierkommunikation eingesetzt werden bzw. helfen?

Es gibt viele Möglichkeiten, in denen die Tierkommunikation sinnvoll eingesetzt werden kann.

  • Bei unerklärlichen Verhaltensweisen aller Art
  • Probleme in der Mensch/ Tierbeziehung
  • Vorbereitung auf veränderte Lebensumstände (Umzug, Beritt im fremden Stall, Besitzerwechsel, Klinikaufenthalt etc.)
  • Bei traumatisierten Tieren, auch aus dem Tierschutz (Sicherheit geben, oftmals ist es ein wichtiges Thema ob sie bleiben dürfen oder  weiter vermittelt werden, Seele erleichtern, Vergangenheit aufarbeiten)
  • Sterbebegleitung (Was wünscht sich das Tier? Wie kann man die verbleibende Zeit noch so angenehm wie möglich miteinander gestalten?)
  • Vermisste Tiere suchen
  • Abschied nehmen von bereits verstorbenen Tieren

Kannst du auf diese Art auch mit Menschen kommunizieren? Z.B. über weite Entfernungen?

Ehrlich gesagt habe ich das noch nie ausprobiert und das war auch nie ein wirklich interessantes Thema für mich. Sicherlich ist das auch über weite Entfernungen möglich, aber das überlasse ich lieber anderen Menschen die sich darauf spezialisiert haben. Mein Herzblut sind doch eher die Tiergespräche. 😉

Was ist deine schönste Erfolgsstory?

Hmmm.. ich muss überlegen. Es gibt so viele positive Erlebnisse und Entwicklungen zwischen Mensch und Tier die ich im Laufe der Zeit erfahren und begleiten durfte. Erfolge sind für mich erst einmal wenn der Mensch sein Tier in den Gesprächen wieder erkennen kann.Es danach mit anderen Augen betrachtet und dadurch auch Unstimmigkeiten und Missverständnisse aus dem Weg geschafft werden können. Oftmals entsteht durch diese Gespräche ein verändertes und positiveres  Mensch-Tier Verhältnis. Es gab Tierbesitzer, die vorhatten ihr Tier zu verkaufen weil sie es nicht verstanden haben und überfordert waren. Zumeist Pferdebesitzer, die das Verhalten ihrer Tiere nicht deuten konnten und nicht (mehr) damit zurecht kamen. Nach einem klärenden Gespräch ist das Verständnis hinterher beiderseits ein anderes. Man kann nun agieren/ reagieren und an sich arbeiten. Wobei man nicht vergessen darf, dass die Tierkommunikation kein Allheilmittel ist und einen Tierarzt ersetzt. Sie ist aber unterstützend sehr hilfreich.

Mir fällt grade doch noch etwas zu einer Erfolgsstory ein:

Obwohl ich eigentlich nicht nach vermissten Tieren suche, meldete sich kürzlich eine liebe Stammkundin bei mir, die ihre Katze vermisste. Sie bat mich inständig es wenigstens zu versuchen. Ich habe großen Respekt davor, da ich keine falschen Hoffnungen wecken möchte. Vermisste Tiere zu suchen sind ein Kapitel für sich und ich habe wirklich den allergrößten Respekt davor. Ich bekam schnell Kontakt zur vermissten Katze die gleich mitteilte, dass sie am Leben ist. Sie konnte mir genau beschreiben wo sie sich aufhielt und dort auf ihre Abholung warten wollte. Es war ein Ort, der 25 KM vom eigentlichen Wohnort entfernt war.  Ein Ort, den Niemand vorher kannte. Tatsächlich wurde sie genau dort ein paar Tage später gefunden und unversehrt

wieder nach Hause gebracht. Unsere Freude darüber war unbeschreiblich groß.

Vielen Dank Heike für den Einblick und das Interview!

Heike: Ich bedanke mich für das Interview und hoffe weiterhin auf eine gute und gemeinsame ehrenamtliche Zusammenarbeit  mit euch, der Tierhilfe Epona e.V.

Heike hat eine Facebook Seite. Ihr findet sie hier. Über Mail könnt Ihr Heike auch kontaktieren: tiko-heike(at)gmx.de